„Meal Prep ist nicht gleich Meal Prep“ – Entspannte Küchenorganisation für echte Menschen

Vorbereitete Mahlzeiten in Glassaufbewahrungsschalen

Meine Lieben,

wenn ihr bei „Meal Prep“ sofort an perfekt portionierte Glasbehälter mit identischen Mahlzeiten für eine ganze Woche denkt, dann kann ich euch beruhigen: Das ist nur eine von vielen Varianten, und sie ist definitiv nicht für alle geeignet. Besonders nicht für uns echte Menschen mit echten, manchmal chaotischen Leben.

Social Media zeigt uns oft diese ästhetisch perfekten Meal-Prep-Posts – alles symmetrisch angeordnet, farblich koordiniert und so organisiert, dass es fast zu schön zum Essen wirkt. Aber was ist mit denen von uns, die schon überfordert sind beim Gedanken an eine Woche im Voraus zu planen? Was ist mit Menschen mit ADHS, denen die Vorstellung von fünf identischen Mahlzeiten hintereinander den Appetit raubt? Oder mit allen, deren Woche einfach zu unvorhersagbar ist für solche starren Pläne?

Die gute Nachricht: Meal Prep kann genauso individuell sein wie ihr. Für manche bedeutet es, sonntags drei Stunden in der Küche zu stehen und die ganze Woche vorzubereiten. Für andere heißt es, am Abend kurz Gemüse zu waschen, damit es am nächsten Tag schneller geht. Beides ist Meal Prep, und beides ist völlig legitim.

Wenn euer Gehirn anders funktioniert – sei es durch ADHS, Autismus oder andere neurodivergente Besonderheiten – dann braucht ihr vielleicht ganz andere Strategien. Manche finden es hilfreich, immer wieder die gleichen Grundzutaten zu haben und dann spontan zu kombinieren. Andere brauchen Abwechslung und bereiten lieber verschiedene Komponenten vor, die sie dann flexibel mischen können.

Für alle, deren Aufmerksamkeit schnell springt: Versucht es mit „Component Prep“ statt kompletter Mahlzeiten. Kocht einen großen Topf Quinoa, schneidet Gemüse vor oder bereitet einen Aufstrich zu. So habt ihr Bausteine, aus denen ihr spontan etwas zusammenstellen könnt, ohne euch auf eine bestimmte Mahlzeit festlegen zu müssen.

Wenn langfristige Planung schwerfällt, ist das völlig okay. Vielleicht ist euer „Meal Prep“ einfach, am Vorabend zu überlegen, was ihr am nächsten Tag essen möchtet. Oder ihr macht „Lazy Prep“ – wascht beim Heimkommen vom Einkauf alles Gemüse auf einmal und lagert es griffbereit.

Für alle mit wenig Zeit oder Energie: Fertigprodukte sind nicht der Feind. Eine Dose Linsen mit vorgeschnittenem Gemüse und einem guten Dressing ist eine vollwertige Mahlzeit. Tiefkühlgemüse hat oft mehr Nährstoffe als frisches Gemüse, das schon tagelang herumliegt. Und wenn ihr mal nur Nudeln mit Olivenöl esst, ist das auch okay.

Manche Menschen brauchen auch die Flexibilität, spontan zu entscheiden, worauf sie Lust haben. Wenn ihr zu denen gehört, die sich schlecht fühlen, wenn das vorbereitete Essen dann doch nicht das ist, was ihr gerade braucht, dann zwingt euch nicht in starre Meal-Prep-Strukturen.

Ein praktischer Tipp für alle: Fangt klein an. Vielleicht bereitet ihr erstmal nur das Frühstück vor oder habt immer eine Notfall-Mahlzeit im Gefrierfach. Was auch immer euch das Leben leichter macht und Stress nimmt, ist der richtige Weg für euch.

Denkt daran: Das Ziel ist nicht, Instagram-taugliche Meal-Prep-Fotos zu machen. Das Ziel ist, dass ihr euch gut nähren könnt, ohne dass es euer Leben komplizierter macht. Eure Art der Küchenorganisation ist genau richtig, wenn sie zu eurem Leben, eurem Gehirn und euren Bedürfnissen passt.

Mit viel Wertschätzung für eure individuellen Wege,  Sam

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen