Meine Lieben,
kennt ihr das? Ihr erzählt jemandem, dass ihr euch vegan ernährt, und plötzlich habt ihr das Gefühl, euch rechtfertigen zu müssen. Als würdet ihr nicht in das Bild passen, das sich andere von „typischen Veganer*innen“ machen. Besonders als FLINTA+ Personen erleben wir oft eine doppelte Portion Vorurteile – sowohl über unsere Ernährung als auch über unsere Identität.
Lasst mich ehrlich sein: Ich kenne diese Situationen nur zu gut. „Du siehst aber gar nicht aus wie eine Veganerin“ ist ein Satz, den ich schon zu oft gehört habe. Was bedeutet das überhaupt? Müssen wir alle dünn sein, bestimmte Kleidung tragen oder einen bestimmten Lifestyle haben, um „echte“ Veganer*innen zu sein? Spoiler Alert: Nein, müssen wir nicht!
Die Realität ist: Vegane Menschen gibt es in allen Formen, Größen und Lebensstilen. Wir sind nicht alle schlank, nicht alle super sportlich und definieren uns auch nicht alle ausschließlich über unsere Ernährung. Manche von uns lieben es zu kochen, andere leben von Fertiggerichten. Manche sind aus ethischen Gründen vegan geworden, andere aus gesundheitlichen. Und all das ist völlig in Ordnung.
Besonders schwierig wird es, wenn Menschen unsere Ernährungsweise in Frage stellen, weil wir nicht in ihre Vorstellung passen. „Du bist ja gar nicht so dünn“ oder „Veganismus macht doch schwach“ sind nur einige der Kommentare, die uns begegnen können. Als FLINTA+ Personen kennen wir solche Bewertungen unserer Körper leider schon aus anderen Kontexten – und sie tun nicht weniger weh, wenn sie über unsere Ernährung kommen.
Ihr müsst euch nicht rechtfertigen. Eure Ernährung ist eine sehr persönliche Entscheidung, und niemand hat das Recht, sie zu bewerten oder in Frage zu stellen. Wenn jemand wirklich interessiert ist, könnt ihr gerne eure Gründe teilen. Aber wenn es sich nach einem Verhör anfühlt, dürft ihr auch einfach das Thema wechseln.
Manchmal hilft es auch, mit Humor zu reagieren. „Ach so, und wie sehen Veganer*innen denn aus?“ kann eine wunderbare Möglichkeit sein, Vorurteile zu entlarven, ohne in die Defensive zu gehen. Oder ihr teilt einfach ein leckeres veganes Rezept – manchmal überzeugen Geschmack und Genuss mehr als alle Argumente.
Was mir besonders am Herzen liegt: Lasst euch nicht von anderen definieren, wie ihr zu leben habt. Ob ihr perfekt vegan seid oder euer Bestes gebt, ob ihr aus ethischen, gesundheitlichen oder ökologischen Gründen diese Ernährung gewählt habt – ihr seid wertvoll, genau wie ihr seid.
Und für alle, die selbst noch am Anfang ihrer veganen Reise stehen: Es ist völlig normal, dass nicht alles von Anfang an perfekt läuft. Authentizität ist wichtiger als Perfektion. Ihr müsst niemandem beweisen, dass ihr „vegan genug“ seid.
Bleibt authentisch und lasst euch nicht klein machen, Sam
